Diplom Sozialpädagogin Anja Bauermann-Hutchison Pädagogische Praxis für Sinneswandel Neurophysiologische Entwicklungsförderung INPP | Benaudira Hörtraining | Entspannung

Die Neurophysiologische Entwicklungsförderung betrachtet die frühkindlichen Reflexe und deren Einfluß auf die kindliche Entwicklung. Frühkindliche Reflexe entwickeln sich bereits in der Schwangerschaft oder entstehen zum Zeitpunkt der Geburt und sollten, je nach Reflex, in den ersten Wochen bzw. Lebensmonaten gehemmt werden. Sie stellen automatische, nicht willentlich gesteuerte Bewegungen dar, die dem Kind das Überleben sichern und ihm eine normale Bewegungsentwicklung ermöglichen. Sie helfen Nervenverbindungen zu festigen und unterstützen die Ausreifung des Gehirns. Sie kräftigen den Muskeltonus und sind äußerst wichtig bei der Entwicklung der menschlichen Sinne und dem Gleichgewicht. Verläuft die Entwicklung des Kindes optimal, so sollten die frühkindlichen Reflexe in den ersten Lebensmonaten von höheren Gehirnregionen gehemmt oder kontrolliert werden. Die Hemmung der Reflexe ermöglicht die Herausbildung der Halte- und Stellreaktionen und der Willkürmotorik (Bewegungen, die wir willentlich ausführen).

Findet eine Hemmung nur unzureichend oder überhaupt nicht statt, kann dies zu Entwicklungsverzögerungen führen, die sich u. a. als Lern-, Bewegungs-, Sprach- und/oder Verhaltensschwierigkeiten zeigen. In der Schule ist das Kind unaufmerksam, die Konzentration fällt schwer, es ist zappelig, lustlos, desinteressiert oder aggressiv. Buchstaben werden beim Schreiben vertauscht, die Stifthaltung ist auffällig und das Lesen will auch nicht so recht gelingen. Im Rechnen werden die (Text-)Aufgaben nicht verstanden, Reihenfolgen werden nicht eingehalten und im Sportunterricht kann das Kind ungeschickt und tollpatschig erscheinen.

Genau hier setzt die entwickelte Neurophysiologische Entwicklungsförderung an. Ein intensives Erstgespräch mit den Eltern gibt Hinweise, ob die Schwierigkeiten des Kindes mit einer neurophysiologischen Entwicklungsverzögerung in Verbindung gebracht werden können. Es folgt eine ca. dreistündige Überprüfung zum aktuellen neurophysiologischen Entwicklungsstand des Kindes. Geschaut wird hierbei besonders nach

Anschließend wird für das Kind ein individuelles Trainingsprogramm ausgearbeitet. Dieses Programm besteht aus spezifischen Bewegungsübungen, die unter Anleitung und regelmäßiger Supervision täglich zu Hause durchgeführt werden. Das Kind benötigt für die Übung in der Regel 5 - 10 Minuten täglich. Ziel ist es, die versäumten Entwicklungsstufen erfolgreich nachzuholen und eine Grundlage zu schaffen, die es dem Kind ermöglicht, sein ganzes (Lern-)Potential auszuschöpfen.